Begleitung für Trauernde

 

Trauerbegleitung

Es ist schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren.
Wir möchten, dass Trauernde nicht allein sind mit ihren Gefühlen des Verlustes und der Verzweiflung. Deshalb bieten wir Ihnen an, Sie zu begleiten.
Bei uns können Sie Ihre Gedanken und Ihre Gefühle aussprechen. Hier können Sie Ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Qualifizierte Trauerbegleiterinnen haben für Sie Zeit, entweder in einer Einzelbegleitung oder in einer Trauergruppe. Wir richten uns ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen.
Unser Ziel ist es, eine Entlastung für alle Betroffenen zu schaffen, den Leidensdruck abzubauen und gemeinsam neue Kraftquellen zu entdecken.

 


 

Trauerbegleitungen für Kinder/Jugendliche

Nicht immer ist das persönliche Umfeld in der Lage, unseren Kummer und Schmerz mitzutragen, ihn auszuhalten und ihm seinen Raum und seine Zeit zu geben bzw. zu lassen.
Gerade Kinder und Jugendliche haben es schwer, die Trauer in all ihren unterschiedlichen Formen und Ausdrucksweisen zu erkennen, zu erleben und zu verarbeiten.
Sie brauchen eine liebevolle Begleitung und/oder einen Gefährten, der sie unterstützt und bestärkt.

Gemeinsam werden wir alle Gefühle zulassen, erkennen, benennen und auf kindgerechte Art und Weise in das Leben integrieren.

 


 

Gesprächskreis für Trauernde

Die Treffen finden in einer geschlossenen Gruppe von fünf bis sechs Personen an insgesamt acht aufeinanderfolgenden Terminen statt. Jedes Treffen steht unter einem Thema.
Die einzelnen Themen helfen den Trauernden, ihren Trauerweg anzunehmen. Durch die gemeinsame Trauerarbeit entwickeln sich Möglichkeiten und Ansätze, die die veränderte Lebenssituation erklären und zu verstehen helfen.

Alle aktuellen Termine finden Sie hier

 


 

Offener Trauertreff

Niemand muss allein sein! Deshalb öffnen wir jeden ersten Mittwoch im Monat in der Zeit von 16.00 – 18.00 Uhr und jeden dritten Donnerstag in der Zeit von 18.00 – 20.00 Uhr die Tür unseres Treffpunktes in der Oststraße 5 in Ibbenbüren. Hier gibt es genügend Zeit zum Reden, Zuhören, Spiele spielen und Vieles mehr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alle aktuellen Termine finden Sie hier

 

Treffpunkt Trauer, Oststraße 5, Ibbenbüren

 


 

Hospizcafé

Das Hospizcafé findet regelmäßig an jedem zweiten Sonntag im Monat statt. In einem geschützten Raum ist es möglich, über die eigene Trauer und Betroffenheit zu sprechen. Gemeinsam mit  ehrenamtlichen Helfer/innen gestalten Adelheid Windt (ausgebildete Trauerbegleiterin) und weitere ehrenamtliche Begleiter/innen den jeweiligen Nachmittag.

Das Hospizcafé wird in den Räumen der Familienbildungsstätte in Ibbenbüren an der Klosterstraße 21 angeboten.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig und der Besuche ist für Sie kostenfrei.

Alle aktuellen Termine finden Sie hier

 

Interview zum Hospizcafé mit Adelheid Windt

Hospiz Trauercafe

vorne: Renate Engbert, Annemarie Schliefke, Erika Rahe,
hinten: Lydia Liedmeyer, Adelheid Windt, Renate Blom, Heribert Wessel, Heike Mulder

Das Trauercafé des Hospiz Vereins Ibbenbüren e.V.

Die Gäste geben sich wechselseitig Halt und Unterstützung

Ein Interview von Petra Wall mit Adelheid Windt (Trauerbegleiterin) und Gästen des Trauercafés. 2009 hat Adelheid Windt das Trauercafé in Ibbenbüren ins Leben gerufen. Nach wie vor leitet und organisiert die ausgebildete Trauerbegleiterin die Nachmittage, die in den Räumen der Familienbildungsstätte stattfinden. Das Stadtjournal hat einen Termin mit einigen Teilnehmern des Trauercafé s abgesprochen und trifft sich zum Interview.

Stadtjournal: Frau Windt, wann findet das Trauercafé immer statt und muss man sich vorher anmelden?

Adelheid Windt: „Das Trauercafé findet an jedem zweiten Sonntag im Monat statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Durchschnitt kommen zwischen acht und zwölf Gäste und das Alter spielt hier keine Rolle. Es gibt immer Kaffee und Kuchen, diese Kosten trägt der Hospizverein. Wer mag kann einen kleinen Obolus ist die Spardose stecken, das ist aber kein „Muss“. Man muss auch nichts erzählen wenn man nicht möchte, auch einfach nur zuhören ist ok.“

Stadtjournal: Wie haben Sie den Weg zum Trauercafé gefunden?

„Eine Bekannte hat mir von dem Trauercafé erzählt nachdem mein Mann gestorben war. Ich habe einige Zeit überlegt ob das was für mich ist. Ich bin aber froh den Schritt gewagt zu haben und freue mich nun auf diese Termine.“, berichtet eine Teilnehmerin.

„Ich habe mich erst nicht getraut hineinzugehen und habe vor der Tür gestanden und geschaut wer so alles am Sonntagnachmittag in die FABI geht. “Wow, so viele – da falle ich gar nicht auf“, hab ich gedacht und bin hineingegangen. Zu meinem Erstaunen saßen da sechs Damen und Frau Windt in dem Raum. Die anderen, so habe ich dann erfahren, sind zu anderen Veranstaltungen gegangen. Ich wusste nicht dass am Sonntagnachmittag so viel in der FABI los ist“, erzählt der, heute einzige, Mann in der Gruppe.

Eine weitere Teilnehmerin berichtet, dass sie über einen Bericht in der Tageszeitung auf das Trauercafé aufmerksam geworden ist und nun diese Termine nicht mehr missen möchte. „Wir haben hier richtig Freundschaften geschlossen und telefonieren auch zwischendurch miteinander“.

„Wissen Sie“, sagt eine weitere Teilnehmerin, „schon während der Krankheit meines Mannes haben sich viele Freunde und Bekannte zurückgezogen. Sie wussten halt nicht wie sie damit umgehen sollten dass er bald stirbt. Da waren wir beide oft allein. Nachdem er dann gestorben war, hat sich daran nicht viel geändert. Es gibt große Berührungsängste. Dabei wäre ein normaler Umgang mit mir sehr wichtig gewesen. Ich war doch immer noch die Gleiche. So habe ich mich gefühlt als ob ich eine ansteckende Krankheit hätte. Das hat mich zusätzlich traurig gemacht.“

Stadtjournal: Bei den Gesprächen, dreht es sich da immer nur um den Tod?

Die Teilnehmer lachen…

„Nein; diese Gespräche finden durchaus auch statt, aber meistens geht es um ganz alltägliches, wir lachen hier viel. Der Unterschied ist, dass es hier kein Problem ist wenn jemand einmal nicht gut drauf ist und weint. Hier muss sich niemand seiner Tränen schämen. Da haben alle Verständnis und man wird gut aufgefangen. Dann hilft manchmal eine Umarmung mehr als viele Worte.“

„Wenn ein Gast ein Einzelgespräch wünscht, dann ist das kein Problem“, erklärt Adelheid Windt. „Wir sind ja immer zu zweit, sodass ich bei Bedarf mit dem Gast in einen Nebenraum gehen kann.“

„Die Nachmittage vergehen immer sehr schnell und ich gehe auch immer mit einem guten Gefühl nach Hause, weil ich weiß, dass die anderen in der gleichen Situation sind wie ich und auch allein nach Hause gehen. Das ist oft bei anderen Veranstaltungen anders. Da gehen die Paare gemeinsam nach Hause. Die Traurigkeit über den Verlust des Partners ist dann wieder da. Dann kommt wieder die Wehmut und der Schmerz, auch wenn der Nachmittag oder Abend sehr schön war.“, beschreibt eine Teilnehmerin ihre Gefühle.

Stadtjournal: Was oder wie verändert man sich wenn man plötzlich allein ist?

„Ich bin auf jeden Fall selbstständiger geworden und versuche viele Dinge allein zu regeln. Ich habe ein gewisses handwerkliches Geschick entwickelt. Und manchmal, wenn ich höre worüber Paare so streiten, dann frage ich mich ob die wissen wie gut sie es eigentlich haben, das sie sich haben und austauschen können. Denn das ist etwas das mir ganz besonders fehlt. Ein Gesprächspartner, jemand dem ich von meinen Erlebnissen erzählen kann, der sich mit mir freut und mich in den Arm nimmt“.

Auf die Frage nach der schwarzen Trauerkleidung sind die Teilnehmer unterschiedlicher Meinung. Die einen haben auf Wunsch des Verstorbenen auch bei der Beerdigung keine schwarze Kleidung getragen, die anderen haben sich nur schwer von den dunklen Sachen trennen können und trugen diese eine längere Zeit.

Apropos Kleidungsstücke des Verstorbenen. Auch hier gibt es keine Norm oder Regel berichten die Gäste. Während eine Teilnehmerin sehr schnell die Kleidung des Ehemannes für gute Zwecke gespendet hat, hat eine andere auch nach zwei Jahren noch alle seine Sachen im Schrank. „Bei uns hängt noch ihre Jacke und ein Tuch an der Garderobe … dann hab ich ein gutes Gefühl wenn ich nach Hause komme“, berichtet ein Gast.

Fast zwei Stunden habe ich mit den Teilnehmern des Trauercafé s zusammen gesessen und ich habe mich wohl gefühlt in dieser Runde. Alle Anwesenden waren sehr offen und haben von ihren Gefühlen erzählt. Sie haben alle sehr empathisch auf die Äußerungen der andern Gäste reagiert. Das Trauercafé ist eine wichtige und vor allem wohltuende Einrichtung, die ich jedem, der einen Verlust zu tragen hat, nur wärmstens ans Herz legen kann.

 

Interview mit zwei Gästen des Hospizcafés

Herzlich Willkommen im Hospizcafe für Trauernde!

Zwei Gäste des Cafes, Annemarie Schliefke und Heribert Wessel, sowie Trauerbgleiterin Adelheid Windt, die das Cafe seit neun Jahren leitet, trafen sich mit Beate Bühner vom Kreis für Öffentlichkeitsarbeit zu einem Gespräch

Wie haben Sie von dem Hospizcafe erfahren und wie schwer war es, das Café zum ersten Mal zu besuchen?

Heribert: Ich habe in der Zeitung davon gelesen. Daraufhin habe ich mir den Bericht dazu auf der Homepage durchgelesen und den Entschluss gefasst, hinzugehen. Meine Frau ist im Juni 2014 verstorben. Es hat aber mehrere Anläufe gebraucht und bis Anfang 2015 gedauert, bis ich tatsächlich zum ersten Mal Gast im Cafe war. Ich habe vor dem Gebäude gewartet und beobachtet, welche Menschen hineingehen. Als ich sah, dass auch etliche Männer dabei waren, hat mich das noch mehr ermutigt. Umso erstaunter war ich dann, als im Hospizcafé überwiegend Frauen zu Gast waren. Es stellte sich heraus, dass die Männer wohl eine andere Veranstaltung im Haus besuchten. Da ich aber von Heidi Windt und den anderen Gästen sehr herzlich empfangen wurde, fühlte ich mich dennoch sofort gut aufgehoben und wohl. Ich war froh und stolz, diesen ersten Schritt geschafft zu haben. Es besuchen außer mir auch immer wieder andere Männer das Trauercafé.

Annemarie: Nachdem mein Mann im November 2015 verstorben ist hat meine Familie mich auf das Hospizcafé aufmerksam gemacht. Außerdem habe ich in der Zeitung davon gelesen und fühlte mich direkt angesprochen. Im Januar 2016 besuchte ich zum ersten Mal das Cafe und hatte sofort das Gefühl, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben.

Was ist für Sie das Besondere am Hospizcafé und welche Bedeutung hat es für Sie?

Annemarie und Heribert: Die persönliche Atmosphäre, die Gemütlichkeit und das Wohlwollen, das uns von allen entgegen gebracht wird, tun uns besonders gut.

Heribert: Ich möchte ein besonders Lob an Heidi Windt und ihre Kolleginnen, die sie im Cafe unterstützen, aussprechen: Jeder Gast hat hier Raum für seine Geschichte und wir behutsam begleitet.

Annemarie: Und jeder Gast hat seinen Anteil daran und kann sich einbringen.

Heribert: Mein Umfeld hat sich seit der Erkrankung und dem Tod meiner Frau verändert. Viele Dinge fallen mir im Alltag auch heute noch schwer. Da ist es ein gutes Gefühl, den Rückhalt durch die Treffen im Hospizcafé zu haben. Der zweite Sonntag im Monat ist daher ein fester Termin in meinem Kalender!

Annemarie: Auch in meinem Terminkalender ist das Hopizcafé eingetragen, das wissen auch meine Familie und meine Freunde. Es haben sich unter den Gästen auch Freundschaften entwickelt. Die Gespräche tun immer wieder gut, wir lernen viel voneinander, auch wieder das Lachen!

Heidi Windt: Ich leite das Cafe auch nach neun Jahren noch sehr gerne. Es ist ja ein offenes Angebot und es sind jederzeit neue Gäste herzlich willkommen. Jeder, der ins Cafe kommt, bringt seine ganz eigenen Erfahrungen, Fragen und Sorgen mit. Meine Gäste bestimmen, worüber wir sprechen, ich mache keinerlei Vorgaben und jeder entscheidet, was er preisgeben möchte. Selbstverständlich wird absolute Vertraulichkeit gewahrt.

Was können Sie anderen Trauernden raten?

Heribert und Annemarie: Auch wenn es nach dem Tod eines nahestehenden Menschen sehr schwer ist, so tut es besonders gut, mit Menschen zu sprechen, die Ähnliches erlebt haben. Da ist das Hospizcafé ist ein sehr gutes Angebot, was uns geholfen hat, den Alltag wieder besser gestalten zu können.

DANKE für das offene Gespräch und das Vertrauen!

 

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